motorrad-tipps

von in Straßenverkehr, Zum Blog mit 5773 Views

Motorrad Gebrauchtkauf: Tipps und Tricks

Was sind die wichtigsten Punkte beim Gebrauchtkauf eines Motorrades? Zieht die Aussage „von Frau gefahren“ wirklich? Die diesjährige Saison währt nur noch wenige Monate und auch beim Motorrad gilt: wer im Herbst oder Winter auf die Suche geht, zahlt meist weniger als derjenige, welche im April mit den ersten Sonnenstrahlen den Kauf plant. Was es beim Kauf eines gebrauchten Bikes zu beachten gilt, klärt der folgende Artikel.

Ein genereller Tipp:

Motorräder gebraucht kaufen beim Motorradhändler in der Umgebung lohnt häufiger als gedacht: Selbst wenn man hier nicht die Maschine seiner Träume findet, können zumindest Preise für das anvisierte Gebrauchtmotorrad erfragt werden. Meist hat der Händler noch einen Tipp parat und kennt Schwachstellen der Modellreihe.

Ebenso wird das Angebot ab 2.000 Euro spürbar hochwertiger, der Vergleich bei Unentschlossenheit zwischen verschiedenen Modellen einfacher. Für den Kauf im Fachhandel sprechen die Gewähr bzw. Garantie. Der Kauf von Privat ist zwar oft billiger, vielfach aber auch riskanter. Auch lassen die Unterschiede in der erwähnten Preisspanne von Privat > Händler nach. Schnäppchen sind somit auch bei den Gewerblichen möglich, wo der Privatverkäufer noch eine utopische Preisvorstellung hat.

Daher gilt es, einige grundlegende Tipps für den Gebrauchtkauf zu beherzigen um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen:

  1. Allgemeinzustand per Telefon erfragen. Auch den Verkäufer reizen mit Punkten wie „Was geht das Motorrad?“, „Schafft es einen Wheelie?“. Reagiert er gelassen, war es ihm vielleicht sogar egal wie schnell sein Motorrad fährt, oder er hört „Wheelie“ zum ersten mal? Oder war er ein Poser und Autobahnbrenner?
  2. Nicht mit „Von Frau gefahren“ locken lassen. Wer hat die Behauptung aufgestellt, Frauen würden sorgsamer mit Technik umgehen? Es gibt für beide Geschlechter Pflegemuffel.
  3. Preisverhandlung bei Besichtigung, nicht krampfhaft versuchen am Telefon den Preis zu drücken.
  4. Checkliste unten mitnehmen!
  5. Private Besichtigungstermine nicht auf den Abend legen. Tageslicht zeigt Mängel besser als eine 20W Garagenlampe.
  6. Zur ersten Begutachtung der Maschine empfiehlt es sich außerdem, einen fachkundigen Begleiter mitzunehmen und man hat im Zweifelsfalle einen Zeugen für Aussagen des Vorbesitzers.
  7. Zustand von Griff- und Fußrastengummis verdienen einen prüfenden Blick, ebenso die Schleifnippel (sofern vorhanden).
  8. Befinden sich Verschleißteile wie Reifen, Bremsen oder Kette in schlechtem Zustand, kann in jedem Fall über die Höhe des Kaufpreises diskutiert werden.
  9. Zu achten ist außerdem auf Unfallspuren. Die untere Gabelbrücke, die Gabel selbst und die Räder sollten einer intensiven Prüfung unterzogen werden. Lange, tiefe Kratzer an Auspuff, Schalt- und Bremshebeln oder an Kunststoffteilen deuten meist auf einen Sturz hin, der schlimmstenfalls zu einer Deformation des Rahmens geführt haben könnte. Werden diese mit „Umfaller“ entschuldigt Besichtigung am besten abbrechen. Mutwilliges Verschweigen von Unfällen, die über einen Umfaller in der Garage gehen, härtet auch gegen andere Mängel ab = unseriös!
  10. Auf eine Probefahrt nicht verzichten. Beim Starten des Motors deutet ein schlapp drehender Anlasser auf eine kraftlose Batterie hin. Auch der Klang des kalten und des betriebswarmen Triebwerks ist von Belang. Auffällige Geräusche könnten erste Anzeichen eines Motorschadens sein. In einem solchen Fall kommen erhebliche Kosten auf den neuen Besitzer zu. Tickern die Ventile kalt und verschwindet das Geräusch wieder?
  11. Ist alles perfekt kann der Kaufvertrag abgeschlossen werden, in dem Zusicherungen des Käufers – etwa der unfallfreie Zustand des Fahrzeugs – schriftlich fixiert werden. Am besten bringt der Interessent den Vertrag gleich in doppelter Ausfertigung mit, um nicht erst mit dem Verkäufer auf die Suche nach einem Vordruck zu gehen. Vordrucke gibt es unter anderem bei Versicherern und mobile.de / motoscout.de.