BMW F700GS ABS

von in Sicherheit, Straßenverkehr mit 2466 Views

ABS für Motorräder – Mehr Sicherheit auf zwei Rädern

Das Antiblockiersystem ABS ist in jedem Pkw in Deutschland längst Standard. Bei Motorrädern ist das System über die Jahre immer populärer geworden – doch längst ist nicht jedes Zweirad auch damit ausgestattet. Dabei könnten besonders Einsteiger von der Stotterbremse profitieren. ABS kann das Unfallrisiko bei Motorradneulingen deutlich reduzieren. Dies hat das Verkehrssicherheitsinstitut der US-Versicherer (IIHS) in einer Studie herausgefunden. Demnach liegt die Unfallrate von Bikes mit ABS in den ersten drei Monaten nach Zulassung 30 Prozent unter der von Motorrädern ohne Bremshilfe.

Weniger Unfälle durch ABS am Motorrad

In Deutschland sind bereits 66 Prozent aller zugelassenen Bikes mit ABS ausgestattet. Die Bremshilfe gibt es allerdings meist nur bei teuren Zweirädern serienmäßig. Bei den meisten Einstiegsbikes gibt es die Sicherheitsausstattung nur gegen Aufpreis. Das wird sich allerdings spätestens 2016 ändern. EU-Richtlinien zufolge müssen alle neu zugelassenen Motorräder über 50 ccm über das Assistenzsystem verfolgen.

Fahranfänger überschätzen häufig ihre Fähigkeiten – das gilt für Pkw- als auch Motorradfahrer gleichermaßen. Besonders junge Männer können es kaum abwarten, das PS-starke Zweirad aus der Garage zu holen. Doch der technologische Rückstand der Bikes gegenüber Pkws ist teilweise erstaunlich. Nicht nur in puncto Abgas- und Gemischaufbereitungstechnologien gibt es riesige Unterschiede, auch dort, wo der Fahrer auf moderne Technik angewiesen ist, tat sich bisher nur wenig.

Aktive Sicherheit beginnt vor allem im Kopf des Fahrers

Elektronische Fahrdynamikregelungen sind Standard in jedem Pkw, der in Deutschland verkauft wird. Mittlerweile wird sogar die serienmäßige Ausstattung aller Pkws mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) gefordert. Die Tatsache, dass nur wenige, teure Motorräder serienmäßig mit ABS ausgestattet sind, kann nahezu als grotesk bezeichnet werden. Besonders dann, wenn man sich vor Augen führt, dass Motorräder von null auf 200 km/h in weit von unter zehn Sekunden beschleunigen und Spitzengeschwindigkeiten von fast 300 km/h erreichen.

ABS für Motorräder - Mehr Sicherheit auf zwei Rädern

ABS gehört bei vielen aktuellen Motorrädern bereits zum Standard – das sah vor 5 Jahren noch anders aus. Foto: BMW

Die Funktion des Antiblockiersystems (ABS) ist einfach, aber effektiv: Es verhindert bei starkem Bremsen das Blockieren der Räder. So kommt es nicht dazu, dass die Räder blockieren und das Fahrzeug zu rutschen beginnt. ABS greift in allen Situationen, in denen der Fahrer den Fahruntergrund falsch abschätzt und zu stark abbremst (auf Schotter natürlich auch, bei nicht abschaltbaren System sollte dieser Untergrund gemieden werden).

ABS kann in einigen Fällen nachgerüstet werden, und zwar dann, wenn es das jeweilige Modell bereits mit ABS gibt. Dazu gehört in der Regel die Top-Ausstattung, während bei serienmäßigen Modellen auf das Antiblockiersystem verzichtet wird. Gibt es kein ABS für das jeweilige Modell, dann kann es auch nicht nachgerüstet werden. Zwar bieten einige Händler solche Kits an, Motorradfahrer sollten diesen aber kritisch gegenüberstehen.

Trotz „moderner“ Technik im Motorrad entscheidet vor allem der Fahrer selbst, ob das ABS oder die Traktionskontrolle einen Grund zum regeln hat. Fatal ist die Annahme, durch technische Systeme sicherer unterwegs zu sein. Mit der nicht eben robusten Knautschzone des menschlichen Körpers, bietet gerade eine vorausschauende Fahrweise ein Plus an aktiver Sicherheit, wo auch potenzielle Fehler anderer Verkehrsteilnehmer in Betracht gezogen werden. Speziell auf nasser Fahrbahn ist ein Motorrad mit ABS auch von weniger routinierten Motorradfahrern sicherer in Gefahrensituationen abzubremsen, als es ein Profi ohne ABS schaffen kann. In Verbindung mit einer angepassten Fahrweise ist ABS kein Wunderding, aber es kann in der einen entscheidenden Situation den Unterschied machen.