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von in Rennsport mit 2101 Views

Neue Rennsportklasse moto2

Vorab zur Information: die neue Rennsportklasse moto2 wird 2010 parallel mit der bekannten 250 cm³ Klasse starten und diese ab dem Jahr 2011 ersetzen. Ziel soll dabei vor allem die Kostenreduzierung sein. Also nach der Formel günstiger Motorsport + großes [buntes] Starterfeld = Spannung und Benzin pur! Dabei werden Einheitsmotoren von Honda zugeliefert, welche auf dem CBR600RR Aggregat basieren und mit einer Höchstdrehzahl von 16.500 U/min-1 arbeiten dürfen, bei einem Lautstärkereglement von 115 db. Einen kleinen Seitenhieb gibt die moto2 Serie sicherlich auch der etablierten Supersport Klasse. Dessen Promoter Paolo Flammini sieht es aktuell gelassen. Ähnliche Konzepte haben beide Serien, das dürfte noch spannend werden.

Wird die moto2 ein würdiger Nachfolger der 250er Klasse?

  • Ja, davon bin ich überzeugt! (57%, 42 Stimmen)
  • Nein, ganz einfach! (43%, 32 Stimmen)

Teilnehmer insgesamt: 74

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Und Kostenersparnis ist nach wie vor das Stichwort! Die bisherigen Kosten für das Leasingpaket einer 250er Aprilia betragen rund 1,3 Millionen Euro für eine Saison. In der moto2 werden nur noch ca. 200.000 Euro für den fahrbaren Untersatz veranschlagt. Eine deftige Ersparnis um 70-80%! Insider wussten es sowieso schon, Honda hat die Entwicklung der 250er Zweitakter bereits im Jahr 2007 eingestellt. Ihnen kommt die moto2 umso gelegener ihr Material zu promoten.

Die Honda Motoren werden dabei nach dem Zufallsprinzip verteilt und die Betreuung von der Teamvereinigung IRTA übernommen. Die Satelliten MotoGP Teams haben dabei Vorrang bei der Anmeldung. Gefolgt von der 250er, sowie der 125er Klasse. Die Frist zur Teilnahme 2010 ist dabei der 29. Mai diesen Jahres, passend zum MotoGP in Italien.

Weitere Regelungen betreffen entsprechend IRTA und Dorna die Zulieferung von Öl + Sprit, welche nur noch ein einziger Anbieter gewährleisten soll. Diskutiert wird noch über einheitliche Reifenbindungen. Die Leistung der Motoren beträgt laut HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto rund 150 PS an der Kurbelwelle. Dabei wird laut Nakamoto wahrscheinlich auf das serienmäßige Kasettengetriebe der CBR600RR verzichtet, ausreichend Drehmoment der Motoren macht es möglich. Beschlossene Sache ist dagegen die Anti-Hopping Kupplung.

Ein weiterer Vorteil des CBR Motors liegt in den Anlenkpunkten für den Rahmen, welche identisch mit dem Serienmotor sind. Es bietet die Möglichkeit mit Serientriebwerken das Motorrad zu entwickeln. Suter Racing Technology, Burning Blood in Japan, Moriwaki und Kalex in Bobingen werden dabei die Teams mit Fahrwerken beliefern. Airbox sowie verschiedene Anbauteile werden auch getrennt erhältlich sein um den moto2 Renner individuell auszustatten.

Im Ganzen betrachtet wirkt das Konzept schlüssig. So wehmütig einem der Abschied vom Zweitakter auch fallen mag. Auf Dauer betrachtet wird das dort immer kleiner werdende Starterfeld weder der Klasse, noch dem Rennsport gut tun. Blendendes Beispiel sei die MotoGP, welche von derselben Schwindsucht befallen ist. So sehr es auch zu Wirrungen der Gedankengedänke kommen mag, wenn der Fan versucht „Rennsportbegeisterung“ mit „Kostenreduzierung“ zu verbinden, er wird sich daran gewöhnen. Spätestens dann, wenn die Rennen der neuen moto2 Klasse mit Spannung und Siegeswillen bis zu letzt ausgefochten werden. Denn eines kann als Argument für den verpatzten Podestplatz nicht mehr als Ausrede zählen: „Das Material von Fahrer XY war viel besser als unser eigenes“.