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Keyless-Systeme bei Motorrädern – Komfort mit Risiko? So schützt du dich vor Diebstahl

Robert
09 Juni 2025~5 Min Lesen
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Keyless-Systeme bei Motorrädern – Komfort mit Risiko? So schützt du dich vor Diebstahl

Schlüssellose Zugangssysteme – sogenannte Keyless-Go- oder Keyless-Ride-Technologien – halten zunehmend Einzug in die Welt der Motorräder. Hersteller wie BMW, Ducati, Yamaha, KTM und Triumph bieten diese Systeme bereits serienmäßig oder als aufpreispflichtige Option an. Der Komfort liegt auf der Hand: kein Suchen mehr nach dem Zündschlüssel, einfache Bedienung, moderne Technik.

Doch mit dem Zugewinn an Bequemlichkeit wächst auch das Risiko – insbesondere durch sogenannte Relay Attacks, eine Diebstahlmethode, bei der das Funksignal des Schlüssels abgefangen und verlängert wird. Die Folge: Das Motorrad lässt sich starten und entwenden, ohne dass sich der echte Schlüssel in der Nähe befindet. Laut Sicherheitsexperten reichen dafür oft weniger als 30 Sekunden.

Wie funktioniert eine Relay Attack?

Bei einer Relay Attack arbeiten in der Regel zwei Täter zusammen: Einer positioniert sich mit einem Signalverstärker in der Nähe des Schlüssels – etwa vor dem Wohnhaus des Besitzers –, während der zweite am Motorrad wartet. Das Gerät fängt das Funksignal des Schlüssels auf und leitet es an den Komplizen weiter. Das Motorrad „denkt“, der rechtmäßige Besitzer befinde sich in der Nähe, entriegelt sich und kann gestartet werden.

Dieses Vorgehen ist leise, schnell und erfordert keinen physischen Einbruch oder Gewalt. Besonders riskant wird es, wenn der Schlüssel in der Nähe von Türen oder Fenstern aufbewahrt wird.

Welche Motorräder sind betroffen?

Im Prinzip alle Modelle, die mit einem schlüssellosen Zugangssystem ausgestattet sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Premium-Modell oder ein Mittelklasse-Bike handelt. Die Technik ist überall ähnlich aufgebaut, doch die Sicherheitsstandards unterscheiden sich teils erheblich.

Wie kann man sich schützen?

Trotz der technischen Angriffsmethoden gibt es effektive Schutzmaßnahmen, die mit wenig Aufwand umsetzbar sind:

  1. Faraday-Tasche für den Schlüssel

Diese mit leitfähigem Material ausgekleideten Taschen blockieren Funkwellen zuverlässig. Sie kosten nur wenige Euro und verhindern, dass das Signal des Schlüssels von außen abgefangen werden kann. Wichtig: Die Funktion regelmäßig testen – bei günstigen Modellen lässt die Wirkung mit der Zeit nach.

  1. Mechanische Sicherungen

Zusätzliche physische Hürden wie Lenkradschlösser, Scheibenbremsenschlösser oder zertifizierte Ketten erschweren schnelle Diebstähle erheblich. Gerade bei Relay Attacks, die auf Schnelligkeit setzen, können solche Hindernisse abschreckend wirken.

  1. Sicherer Abstellplatz

Ein Motorrad in einer abschließbaren Garage ist wesentlich schwerer zu entwenden als eines auf offener Straße. Falls keine Garage vorhanden ist, sollten gut beleuchtete und überwachte Parkflächen gewählt werden.

  1. Schlüsselfunktionen deaktivieren (sofern möglich)

Einige moderne Schlüssel bieten die Möglichkeit, das Funksignal manuell zu deaktivieren, etwa über eine Tastenkombination. Diese Option sollte, wenn verfügbar, regelmäßig genutzt werden – insbesondere über Nacht.

  1. Schlüssel neu programmieren beim Gebrauchtkauf

Beim Kauf eines gebrauchten Motorrads ist es wichtig, alle Schlüssel zu erhalten. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine Neuprogrammierung durch eine Fachwerkstatt – so wird ausgeschlossen, dass Dritte noch Zugang zum Fahrzeug haben.

  1. Gegenstände am Motorrad zurücklassen

Helm, Jacke oder Tankrucksack auf dem Motorrad signalisieren dem potenziellen Dieb, dass der Fahrer sich in der Nähe befindet und bald zurückkehren wird. Das kann zum Abwarten animieren.

  1. Versicherung prüfen

Viele Versicherer decken auch Relay-Attacken ab – vorausgesetzt, der Schlüssel wurde nicht fahrlässig behandelt oder weitergegeben. Es lohnt sich, die Versicherungsbedingungen (insbesondere die „Allgemeinen Bedingungen“) genau zu lesen.

Reagieren die Hersteller?

Einige Hersteller beginnen, auf das Problem zu reagieren – etwa mit Bewegungssensoren im Schlüssel, die das Signal bei Inaktivität automatisch deaktivieren. Solche Funktionen sind jedoch bislang eher in der Automobilbranche verbreitet. Für Motorräder besteht hier noch Nachholbedarf.

Fazit

Keyless-Systeme bieten ein Plus an Komfort, bergen jedoch ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko. Wer ein Motorrad mit schlüssellosem Zugang besitzt, sollte sich dieser Gefahr bewusst sein und entsprechend handeln. Schon einfache Maßnahmen wie eine Faraday-Tasche oder eine zusätzliche Wegfahrsperre können im Ernstfall den Unterschied machen.

Technik darf unterstützen – aber nicht das alleinige Sicherheitskonzept sein.

Tipp: Wer sein Motorrad liebt, sollte seine Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig überdenken – besonders bei neuen Technologien. Ein bisschen Aufwand im Alltag kann vor großem Ärger schützen.

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Letzte Kommentare

harly geht immer

birnes11 November 2025

Ich arbeite seit Jahrzehnten mit technischen Systemen, Mechanik und Elektronik
und immer, immer trat irgend wann ein Fehler auf.
Gut dass ich da nicht auf zwei Rädern unterwegs war.

Achim05 November 2025

mich würde eine Bewertung der Soziatauglichkeit und die max. Zuladung interessieren.

Wolfgang H.31 Oktober 2025

Endlich setzt sich die Vernunft durch. Der Umweg über den Quickshifter war völlig unnötig, der Automat die richtige Zukunftslösung. Vermutlich muss meine Husqvarna Norden der Yamaha weichen.

Rhyner Martin11 September 2025

Mich interessiert nur wie man den Roller zu mir nach Hause bekommt und was die kosten würde bei dir Fünzirung sind .

Spyra22 Juli 2025