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von in Straßenverkehr mit 1755 Views

Bio Benzin E10 ab 2011: Verträglichkeit noch nicht sicher

Aufgrund der bevorstehenden Einführung von E10-Kraftstoff zum Jahresbeginn 2011 möchten wir kurz über die Verträglichkeit dieses Benzins bei Motorrädern informieren. Viele Hersteller haben ihre Fahrzeuge bereits auf ihre E10-Tauglichkeit überprüft und gestatten die Nutzung. Das neue Bio Benzin E10 enthält gegenüber dem bisherigen Benzin einen höheren Anteil an Ethanol. Die Abkürzung E10 setzt sich dabei aus „E“ für Ethanol und „10“, für 10% Ethanol zusammen. Der bisherige Ethanolanteil im Benzin betrug bis zu 5%. In der Anwendung besteht das Ethanol aus dem Biokraftstoff Bioethanol und wird aus Pflanzen gewonnen. Hauptgründe für die Verwendung sind im Klimaschutz zu suchen, so verursachen die verwendeten Biokraftstoffe weniger Treibhausgase. Einen Nachteil hat das E10 Benzin allerdings schon, es kann nur von Fahrzeugen verwendet werden, die dafür ausgelegt sind.

Für bestimmte Modelle, wie beispielsweise Oldtimer, oder auch aktuelle Modelle sind dafür noch keine Freigaben zu bekommen. So haben die großen Hersteller wie BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha bereits Freigaben erteilt. Wobei es zwar auch bei diesen Einschränkungen (z.b. ab/bis Modelljahr XYZ) gibt, aber der Großteil der Maschinen soll das E10 Benzin vertragen.

Bio Benzin E10 ab 2011: Verträglichkeit noch nicht sicherSchlechter sieht es bereits für italienische Hersteller aus. So finden sich in der aktuellen DAT-Liste noch keine Angaben zu Aprilia, Cagiva, Moto Guzzi, Ducati oder Moto Morini. Wer sich also unsicher ist, sollte direkt bei seinem Händler nachfragen.

Das normale Super Benzin wird dazu parallel weiter angeboten. Wobei es wohl nur eine Frage der Zeit sein wird, bis auch dieses endgültig von den Zapfsäulen verschwinden wird. Erkennen lässt sich das neue E10 Benzin an seiner speziellen Beschriftung an der Zapfsäule.

Was gibt es bei der Verwendung von Bio‐Kraftstoff zu beachten?

Beachten Sie bitte, dass Kraftstoff, dem Bioethanol beigemischt ist, lackierte Flächen angreifen und beschädigen kann. Sollte also Kraftstoff in Kontakt mit dem Tank oder Kunststoffbauteilen kommen empfehlen wir, diesen umgehend zu entfernen. Dies gilt für regulären Kraftstoff und umso mehr für Bio‐Kraftstoff.

Nach derzeitigem Kenntnisstand soll sich zudem auch der Kraftstoffverbrauch bei gleicher Fahrweise erhöhen. Sollte Ihr Fahrzeug noch keine Freigabe des Herstellers erhalten haben (dies betrifft derzeit überwiegend ältere Fahrzeuge mit Vergasertechnologie), kann die Performance eines Motors beeinträchtigt werden. Das bezieht sich nicht nur auf die Spitzenleistung, sondern auch auf Leistungsentfaltung sowie Laufkultur und kann folgende Probleme mit sich bringen: instabiles Standgas, schlechteres Ansprechverhalten, Motorklingeln etc. Tauchen diese Symptome auf, wird empfohlen, Kraftstoff mit niedrigerem Ethanol‐Anteil nachzutanken.

Falls in Ländern Touren geplant sind, die ausschließlich E10‐Kraftstoff an den Tankstellen anbieten, müssen mit oben genannten Symptomen gerechnet werden. Daher sollte frühestmöglich wieder Kraftstoff mit niedrigerem Ethanol‐Anteil getankt werden. Sollten Probleme mit E10‐Kraftstoff auftreten, kann alternativ Super Plus mit 98 ROZ getankt werden. Dieser Kraftstoff ist in vielen Ländern zusätzlich erhältlich.

Darüber hinaus stellt die DAT (Deutsche Automobil Treuhand) eine PDF-Liste mit Fahrzeugtypen (Auto und Motorrad) nebst praktischen Tipps und Ratschlägen unter folgender Adresse zur Verfügung:

http://www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf

Quelle & Bilder: DAT, Kawasaki