30 Jahre BMW GS

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„30 Jahre GS“ auf den BMW Motorrad Days 2010

Die zehnten BMW Motorrad Days standen ganz im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums der BMW GS Modelle. Kaum ein Motorrad hat den Charakter der Marke BMW Motorrad stärker geprägt als die „GS“.

Damit hat BMW Motorrad im September 1980 Neuland betreten und das Segment der großen Reiseenduro eröffnet. Dieses Wagnis wurde belohnt und heute ist die GS das meistverkaufte Motorrad seiner Klasse in Europa.

Auf einer Pressekonferenz am Rande der BMW Motorrad Days blickte BMW Motorrad auf die Erfolgsgeschichte der vergangenen drei Jahrzehnte zurück und präsentierte namhafte Wegbegleiter, die jeder für sich ein Stück GS Geschichte geschrieben haben.

Hendrik von Kuenheim, Leiter BMW Motorrad sagte zu Beginn: „Die GS Modelle haben BMW Motorrad in einer schwierigen Zeit neues Wachstum und Zukunft beschert. BMW GS Motorräder sind seither zum Inbegriff für die „Freiheit auf zwei Rädern“ geworden und sind unverzichtbarer Bestandteil unserer Modellpalette.“ Von Kuenheim weiter: „Unser Konzept wurde oft kopiert, aber nie erreicht.“

30 Jahre BMW GS

BMW GS Legenden berichten

Karl H. Gerlinger, der 1980 als Geschäftsführer der BMW Motorrad GmbH für Marketing und Vertrieb verantwortlich war, erinnerte sich:

„Es stand viel für uns auf dem Spiel, denn ich hatte von Eberhard von Kuenheim den klaren Auftrag, BMW Motorrad entweder wieder auf die Erfolgsspur zurückzubringen oder zu verkaufen. Dank des Einsatzes unseres damaligen Entwicklungsingenieurs Laszlo Peres ist es uns gelungen, in nur 18 Monaten mit der R 80 G/S ein für damalige Begriffe absolut verrücktes Konzept zu verwirklichen.“

Laszlo Peres, Techniker in der BMW Versuchsabteilung, der nicht nur Ingenieur ist, sondern auch selbst Offroad-Rennen fuhr, fügte hinzu:

„Ich hätte nie gedacht, dass diese Maschine, die auf Basis eines Motorsport-Prototypen entstand, so erfolgreich sein würde. Aber ich bin immer noch stolz darauf!“

In der GS stecken also jede Menge Gene aus dem Rennsport. Deshalb gingen Gerlinger und Peres das Wagnis ein, die GS auch im Geländesport einzusetzen. Um auf das neue Motorradkonzept aufmerksam zu machen, war die 1979 erstmals ausgetragene Rallye Paris-Dakar wie geschaffen.

Schon 1981 konnte der Franzose Hubert Auriol den ersten Gesamtsieg feiern und diesen Triumph 1983 wiederholen. Auriol erinnert sich:

„Der erste Dakar-Sieg mit dem fast seriennahen Bike war eine Überraschung für alle, zumal wir alle keinerlei Erfahrung in der Wüste hatten. Wir waren ein kleines Team, mussten viel improvisieren und hatten nicht die technische Unterstützung, die es heute gibt. Das war noch Abenteuer pur!“

An diese Zeit erinnert sich auch Jutta Kleinschmidt, die 1992 auf einer GS die Damenwertung auf der Rallye Dakar gewinnen konnte. Sie besitzt immer noch ihre Dakar-Maschine, die sie von BMW Motorrad damals gestellt bekam und betont, dass die GS nach wie vor das perfekte Fahrzeug für die Wüste und abenteuerliche Reisen sei.

Die Dakar-Rallye und abenteuerliche Reisen verbinden auch den britischen Schauspieler und Buchautor Charley Boorman mit der GS. 2004 fuhr er zusammen mit Ewan McGregor in 115 Tagen auf einer R 1150 GS von London bis New York und legte dabei 30.395 km zurück. 2006 nahm er an der Rallye Dakar teil. Er schwärmt:

„Ich habe mir einen Traum verwirklicht. Diese Reisen mit der GS haben mein Leben verändert.“

Pünktlich zum Jubiläum wurden von BMW Motorrad auch die BMW Sondermodelle „30 Years GS“ präsentiert.

Zwei dieser Maschinen wurden im Rahmen einer Tombola verlost. Georg Opalka aus Ingolstadt gewann am Freitagabend eine BMW F 800 GS „30 Years GS“. Wolfgang Kracker aus Salzburg konnte sich am Samstagabend über eine BMW R 1200 GS „30 Years GS“ freuen.

Prämierung besonderer GS-Modelle

Im Rahmenprogramm der zehnten BMW Motorrad Days schrieb BMW Motorrad in drei Klassen einen Wettbewerb aus. Dabei wurden die älteste GS, die Maschine mit den meist gefahrenen Kilometern und die eindrucksvollste GS-Kreation, bei der die Kreativität der optischen oder technischen Veränderungen bewertet wurde, prämiert.

Die drei Erstplatzierten erhielten jeweils einen Pokal sowie Gutscheine für BMW Motorrad Fahrerausstattung im Wert von 500 EUR, 250 EUR bzw. 100 EUR. Den Siegerpokal für die älteste GS im Originalzustand konnte Johann Filleböck in Empfang nehmen, der die 431te BMW R 80 G/S aus der laufenden Produktion sein Eigen nennt. Platz zwei ging an Simon Bender, dessen BMW R 80 G/S mit der Fahrgestellnummer 1348 wie das Siegermotorrad aus dem Jahr 1980 stammt. Den dritten Preis erhielt Stefan Emslander für seine 1981er BMW R 80 G/S.

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Bei den Maschinen mit der höchsten belegten Kilometerleistung hatte eine Dame die Nase vorn. Heidi Lupko hat in 13 Jahren rekordverdächtige 525.177 Kilometer auf ihrer BMW R 80 GS Basic zurückgelegt. Sie hat damit fast alle Länder Europas und Südamerika bereist und wurde dabei nie von ihrem Motorrad im Stich gelassen. Der zweite Rang ging in dieser Klasse an Carlo de Sinnica, der bemerkenswerte 357.405 Kilometer auf seiner BMW R 80 G/S vorzuweisen hatte. Auf Rang drei platzierte sich Daniel Zimmermann, der auf dem Tacho seiner BMW R 80 G/S immerhin 286.016 Kilometer stehen hat.

Schwieriger gestaltete sich die Auswahl zur Prämierung der außergewöhnlichsten GS-Kreation. Die Wahl der hochkarätig besetzten Jury mit Hubert Auriol, Charley Boorman, Karl H. Gerlinger, Jutta Kleinschmidt und Laszlo Peres fiel schließlich auf die mit erlesenen Zutaten wie Karbonteilen veredelte GS von Ulrich Beppler. Die Plätze zwei und drei gingen an Ralf Fillemann und Manfred Paul.