Super-E10-Biosprit

von in Straßenverkehr mit 998 Views

Biosprit-Einführung „Super E10“ vorerst gestoppt

Update 03.03. 19:57 Uhr – Einige werden bei dieser Nachricht jubeln, andere greifen sich an den Kopf. Fakt ist: nach den enormen Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit Super E10, ungläubigen Gesichtern an der Tankstelle und genervten Tankstellenpächtern, wird die bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Minerölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Sollte dies nicht nachdenklich stimmen, über diesen übereilten Bio-Wahn mit einer pseudo umweltfreundlichen Benzinsorte? Sicher! Wie schön, daß sich der Konsument in diesem Fall erfolgreich widersetzt hat!

Picard dazu:

„Das System platzt sonst!“

Nicht ohne Grund, schaut man auf die Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei Super E10 verstärkt getankt werden. Bisher wurde das E10 Benzin bei rund 50% der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt – vor allem im Osten und Süden des Landes.

Kunden meiden das neue Produkt

Und dieses Problem verschärft sich seit einigen Tagen weiter. Super soll nach und nach komplett von E 10 ersetzt werden (motorrad-news.com berichtete bereits darüber). Wobei rein theoretisch 93 Prozent aller Benziner In Deutschland das E10 Benzin tanken – machen es nur nicht. Bei deutschen Fabrikaten könnten sogar rund 99% E10 ohne Probleme nutzen. Der Großteil meidet das neue Produkt aber, verwirrt durch die Flut an Nachrichten zu Unverträglichkeiten, sowie der Willkür und nutzen die verbleibende Alternativen – Super Plus mit 98 Oktan.

Die Folgen von Super E10

Raffinerien und Tankstellen bleiben also auf dem E10 sitzen, während das begehrte Super Plus vielerorts bereits knapp wird.

Gerd Sonnleitner (Bauernpräsident) dazu:

„Die Branche selber mit schuld daran, dass es so viele E10-Muffel gibt.“

Es sei schließlich kein Wunder, dass viele Autofahrer nicht wüssten, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt – trotz der Versuche seitens der Hersteller für Aufklärung zu sorgen.

Chef des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft, Norbert Schindler dazu:

„Der Verweis auf die nur im Internet verfügbare E10-Verträglichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand DAT ist für die Verbraucherinformation völlig unzureichend.“

Beide fordern, daß die Liste an jeder Tankstelle ausliegen sollte. Nicht ganz uneigennützig natürlich. Schindler ist Vizepräsident im Bauernverband. Für Landwirte ist die Kraftstoffbranche ein lukratives Geschäftsfeld: Die zehn Prozent Ethanol in E10 werden z.B. aus Weizen, Rüben oder Mais gewonnen. Auch dem herkömmlichen Super und Super Plus werden Bio-Ethanol beigemischt, jedoch nur fünf Prozent. Daher heißen diese alten Benzinsorten auch E5.

Die Benzinbranche dagegen ist gesetzlich verpflichtet, das neue E10 anzubienten -schließlich soll es weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) freisetzen. Was bleibt davon aber übrig? Es ist ein Mehrverbrauch zu erwarten, über welchen sich die Umwelt auch nicht wirklich freuen dürfte.

Update 03.03. 19:57 Uhr:

Nun also doch wieder ganz anders? Laut Medienberichten soll NUR die Produktion von Super E10 reduziert werden – vorerst soll die Umstellung auf das neue Benzin aber fortgesetzt werden.

Quelle & Bild: dapa/Abendblatt.de