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Test Harley-Davidson Sportster XR 1200

Der „Journalist-on-wheels“ testet die Harley-Davidson Sportster XR 1200

Wir testen da wo auch die neuen Porsche Modelle Ihren letzten Fahrwerksschliff  und die Bremsen die letzten Abstimmungen erhalten. Man kann sie beinahe jeden Morgen hören und sehen. Auf den Bergen und in den Tälern im nördlichen Schwarzwald führt die Bundestrasse 462 einen in Richtung Freudenstadt. Irgendwann geht es links ab, bis auf auf eine Höhe von 952 m /NN,  auf den Kaltenbronn. Auf diesen 9 Kilometern erfährt man alles über ein Motorrad oder ein Auto. Das Fahrwerk, die Bremsen, die Bereifung, das Handling und den Klang. Man kann dieses gesamte Paket dann recht gut einschätzen.

Nun zu unserem heutigen Testobjekt: Die Harley-Davidson Sportster XR 1200.

Diese „kleine“ Harley, die Sportster XR 1200 leistet inzwischen sagenhafte 91 PS bei 7000/min und verfügt über 1202 cm³ Hubraum. Ist das überhaupt wichtig für eine Harley ? In diesem Fall schon,handelt es sich doch hier um eine sportliche  Harley Sportster die aus dem geschichtlichen Fundus der Dirt-Track Bikes kommt und die gewünschte Sportlichkeit vermitteln soll.

Der Motor ist schlicht eine Wucht. Man könnte glauben auf einem echten Dirt-Track Bike zu sitzen. Die V-2 typischen Vibrationen im Stand sind im Fahrbetrieb überhaupt nicht mehr zu spüren. Der Sound der aus den Auspuffrohren entweicht macht einen süchtig nach mehr. Man möchte dieses Geräusch immer und immer wieder hören. Das Fünfganggetriebe lässt sich gut und leichtgängig schalten, die Übersetzungen passen. Freude pur.

Die Bremsen sind Harley-untypisch sehr, sehr gut und speziell die vordere Nissin-Bremsanlage (eine Vierkolben-Scheibenbremse mit 292mm Durchmesser) muss keinen Vergleich mit japanischen Bikes scheuen. Auch mit der hinteren 260 mm Durchmesser Einkolben-Schwimmsattel Scheibenbremse kann man passabel und gut dosierbar verzögern.

Das Fahrwerk und die Bereifung passen hervorragend zusammen. Wobei ich das Glück hatte, eine  gerade neu aufgezogene Bereifung zu erwischen. Der Rahmen ist verwindungssteif genug um gerade mal ein leichtes rühren bei schnellerem Tempo auf schlechten Strassen zuzulassen. Die kleine Harley lebt unter einem und bringt einen zurück zu den grundlegenden Freuden am Motorrad fahren.

Das bei einem gerade mal sechs Monate alten Testbike bereits erste Rostspuren am Auspuffendtopf zu sehen sind und dass der Tankdeckel nicht abschließbar ist wollen wir nicht weiter erörtern. Drehzahlmesser und digitale Geschwindigkeitsanzeige sind ebenfalls sehr puristisch aber bei Dunkelheit oder in einem Tunnel gut beleuchtet und ablesbar. An die ständig hochklappenden Fahrer-Fußrasten kann man sich gewöhnen und die Schräglagenfreiheit ist mehr als ausreichend.

Die betankt ca. 270 kg Gewicht sind nie zu spüren. Die Harley-Davidson Sportster XR 1200 ist extrem handlich und lässt einen ständig mit einem Grinsen in die nächste Kurve fahren. Man hat einfach nur Spaß und begreift wie Motorradfahren auch sein kann. Einfach und pur, dabei gut beherrschbar. Der Verbrauch hält sich dabei in erfreulichen Grenzen zwischen 5,5 – 6 Liter auf hundert Kilometer. Ob der Preis von 11340 € angemessen ist muss jeder für sich entscheiden. Old-style Fahrspaß kann die „kleine“ Harley-Davidson Sportster XR 1200 in jedem Fall vermitteln. Als Custombike-Grundlage halte ich sie für die beste Harley-Option.

In diesem Sinne „Journalist-on-wheels“ Sven Roedel

„Journalist-on-wheels“ / Photographer / Journalist(DJV) / Author
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